Als ich 45 war

Es gibt gute Jahre. Es gibt schlechte Jahre. Nur eines ist ganz sicher: Jedes Lebensjahr wird es nur einmal geben. Damit ich nicht vergesse, wie das Leben mit 45 war (und ich finde das ein schönes Alter), schreibe ich es im Internet auf.

Als ich 45 war…

…wurde ich sehr geliebt.

…habe ich gemerkt, wie weit 25 km sein können.

…habe ich – trotz allem – das Genießen nicht verlernt.

…war ich nicht in Urlaub.

…habe ich erfahren, woher das Wort ‘kümmern’ kommt.

…saß ich auf dem Balkon an lauen Sommerabenden.

…habe ich oft über Wertschätzung nachdenken müssen.

…bin ich auf den Kopf gefallen

…hat mich ein schöner Job gefunden.

…habe ich gemerkt, dass 42 km gar nicht so weit sind.

…war ich Nichtraucher.

…habe ich mir eine Ukulele gekauft.

…habe ich das Stricken wieder entdeckt.

…habe ich Silvester mit den drei Menschen gefeiert, die ich am Liebsten habe.

Ja. Diese paar Sätze bringen es gut auf den Punkt. Ich hab Sie für Euch und für mich ausgewählt. Als ich noch 45 war.

Jetzt werde ich fourtysix. Noch nicht ganz sixtyfour.

Hübsch, wie die Wise Guys das singen, vor allem der Teil op Kölsch.

 

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„Einsicht ist der größte Reichtum.“

Eine wunderbare sprachaffine Freundin wies heute auf den Sprichwortrekombinator hin. Den kannte ich schon. Doch manchmal ist es wunderbar, solche Schmuckstücke des Internets wiederzuentdecken. Dem Rekombinator entstammt die Redewendung des Titels sowie die Untertitel dieses Blogposts.

„Was man nicht im Kopf hat, das füg auch keinem anderen zu.“

Ich habe mit mir gerungen, ob ich das, was ich heute bloggen möchte,  öffentlich machen soll. Und mich dafür entschieden. Vor drei Wochen wurde mir ein Job angeboten. Ein Projekt für sechs Monate. Gut bezahlt und ein hochrangiger Einstieg und somit das Referenzprojekt in den Tätigkeitsbereich Social Media. Das hat mich gefreut. Zu tun hatte ich zunächst mit einer (großen internationalen sehr renommierten) Werbeagentur. Sie hatte die digitale Strategie für den (internationalen) Kunden ausgearbeitet, die nun in Deutschland ausgerollt und bei Erfolg nach sechs Monaten auch für andere Ländern adaptiert werden sollte. Die Agenturmenschen waren sehr angetan von meiner ‚Test-Arbeit‘. Nun wollte mich meine Ansprechpartnerin ’nur noch‘ dem Kunden vorstellen. Sie flog aus London ein und wir trafen uns in der Stadt, in der sich die Deutschlandzentrale des Kunden befindet.

Das Treffen mit der Agenturfrau war super. Wir unterhielten uns gut und fundiert – beruflich ebenso wie im Small-Big-Talk. Schade war nur, dass uns der Kunde (d.h der Marketingmanager des Unternehmens) fast eine Stunde (bei 38°C Außentemperatur) warten ließ. Und schade war auch, was anschließend im Gespräch zu dritt passierte.

Agenturfrau: „Ich habe Ihnen den Lebenslauf von Frau Kliemt ja im Vorfeld geschickt. Und auch Ihre Probearbeit. Welche Fragen haben Sie dann dazu?“ Er: „Mit meinem Terminkalender. Wann soll ich denn einen Lebenslauf lesen?“ – Ja, genau. Jetzt im Nachhinein weiß ich: Ich möchte nie mehr so behandelt werden. Das nächste Mal warte ich, bis der Part kommt, in dem ich die Fragen stellen darf und frage: „Aus welchem Grund suchen Sie denn eigentlich eine [hier Jobtitel einfügen] . Die Social-Media-Strategie von [hier Wettbewerber des Unternehmens einfügen] läuft doch super.“ Das wäre ähnlich gut vorbereitet und wertschätzend 😀 Das re-kombinierte Sprichwort passt in seiner Absurdität gut zu dem Gefühl, das die Situation bei mir hinterließ. Und das ungute Gefühl durfte ich noch weitere 17 Tage genießen.

„Wenn zwei sich streiten, haben die Krümel zu schweigen.“

Am Tag des Gesprächs hatte ich übrigens erfahren, dass es auf Wunsch des Kunden doch noch einen zweiten Kandidaten gab. Die Agentur wollte auf jeden Fall mit mir zusammen arbeiten. Aber entscheiden würde natürlich der Kunde. Ganze 17 Tage nach dem Gespräch habe ich erfahren, dass Kandidat 2 den Job bekommen hat. Ich erfuhr es aber erst, als ich nach 15 Tagen nicht mehr abwarten wollte und etwas penetranter nachgehakt habe. Die Kommunikation in diesen 17 Tagen war schwierig. Die Agenturfrau war in ziemlicher Not. Ich glaube, sie sollte mich ‚hinhalten‘ so lange es ging, falls der andere Kandidat doch noch abgesprungen wäre. Jedenfalls kam ich mir sehr wir ein Krümel vor. Und das ist noch ein Euphemismus.

„Klappe zu, kurzer Sinn.“

Das Schöne ist ja, dass ich etwas gelernt habe. Ich lasse das nicht mehr mit mir machen. Und höre noch mehr auf mein Bauchgefühl. Wenn ich mich von jemandem wie einen Krümel behandelt fühle, werde ich ihm das sagen. Und von meiner Seite aus dankend auf eine Zusammenarbeit verzichten. Denn:

„Was einen nicht umbringt, kann noch werden.“

P.S.: Diejenigen, die wissen um welchen Kunden es sich handelte, bitte hier nicht kommentieren. Danke.

Tod und Trauer in Zeiten des Internet

Zwar heißt dieses Blog „Berlin macht glücklich“, aber viel zu oft holt uns das Unglück in Form von schrecklichen Nachrichten ein, ganz egal, wo wir sind. Zum Ende der Social Media Week in Berlin ging ich zu einer Veranstaltung mit Jörg Eisfeld-Reschke  zum Thema Tod und Trauer im Internet, weil mich das Thema ansprach (keine Angst, so morbide bin ich nicht, nur empfinde ich in der Mitte des Lebens selbiges als durchaus endlich). Und anschließend rief er zu einer Blogparade  zu diesem Thema auf, an der ich mich hiermit gerne beteiligen möchte. Um meine Gedanken und Emotionen einigermaßen zu gliedern, folge ich seinen Leitfragen.

Foto: (c) Frank Schneider, mit freundlicher Genehmigung des Fotografen.

Wie hat sich die Trauerarbeit durch und mit Social Media verändert?

Grundsätzlich hat sich nichts Wesentliches verändert. Die Vermischung von privater und öffentlicher Anteilnahme und Trauer gab es in meiner Wahrnehmung schon immer. Vieles bleibt jedoch im Internet, das  angeblich „nichts vergisst“, länger sichtbar.

Betrachten wir zunächst Naturkatastrophen und den Tod von bekannten Persönlichkeiten. Von solchen erfuhr man zwar früher nicht so zeitnah, aber wenn die Nachricht eintraf, dann erfasste die Menschen zunächst die Fassungslosigkeit und dann die Traurigkeit –genau so wie heute. Und wenn man so gestrickt war, dann weinte man auch spontan gemeinsam und bekundete damit seine Gefühle, so wie man es heute im Echtleben und virtuell tut. Nicht umsonst wird in den USA in der älteren Generation heute noch gefragt „Wo warst Du, als JFK ermordet wurde?“ – und jeder wird sich erinnern, wo er oder sie war, als er von den Attentaten des 11. September 2001 erfuhr. Sehr anschaulich wurde die Kombination Fassungslosigkeit und Trauer auch in jenen Folgen von Mad Men gezeigt, die den Tod Marilyn Monroes (2. Staffel, Folge 9) und das Attentat auf John F. Kennedy  thematisierten. Die Fassungslosigkeit, das öffentliche Bedauern und Betrauern wird in heutigen Zeiten als Oberflächlichkeit bezeichnet, nur weil diese Gefühle jetzt über die Fingerkuppen zu einem Facebook-Kommentar, Tweet oder Retweet kondensiert werden. Dieser Vorwurf wurde gerade kürzlich zum Tod von Dirk Bach öfters laut. Doch ist er selbst eine oberflächliche Betrachtung. Denn das einzige, was sich wirklich ändert, ist die Messbarkeit und langfristige Sichtbarkeit zutiefst menschlicher Reaktionen. Und die bedeutet nichts Schlechtes. Sichtbare, dokumentierte Trauer gibt es auch in 2000 Jahre alten Grabmalereien, denen niemand den Vorwurf des Ostentativen machen würde.

Durch das Internet und Social Media kommen Nachrichten von Unglücken und Todesfällen jedoch schneller und überall zu uns. So erfuhr ich vom Tod meines Kollegen Wilhelm durch eine E-Mail, als ich in der Mittagspause zwischen ‚meinen‘ Studenten der BAW in München saß, und brach darüber in Tränen aus. Über den Tsunami in Japan las ich auf Twitter, während ich als Aussteller auf einem Kongress gerade Kaffeepause machte. Aber seien wir ehrlich. Für Hiobsbotschaften gibt es keinen richtigen Zeitpunkt. Als ich dieses Jahr am Ende des letzten re:publica-Tages meine Mailbox abhörte, war eine Nachricht meiner Mutter darauf – mit zittriger Stimme und Bitte um Rückruf. So erfuhr ich erst mit mehrstündiger Verzögerung vom Tod meiner Freundin Susi. Meine unmittelbare, tiefe Traurigkeit wäre jedoch zu jedem Zeitpunkt die Gleiche gewesen.

Welches sind die Chancen und Risiken, wenn Menschen in Zeiten der Trauer das Internet nutzen?

 Als Freundin und Befürworterin von Social Media sehe ich vor allem Chancen. Zum Beispiel die Facebook-Chronik als Ort der Erinnerung. Die Chronik eines verstorbenen Freundes – sofern das Profil online bleibt – kann ich aufsuchen, wenn mich gerade eine Welle der Erinnerung und Traurigkeit überkommt. Mit meiner „echten“ Freundin Susi war ich z.B. nicht auf Facebook befreundet. Von ihr habe ich jedoch viele Fotos aus unseren Kinder- und Jugendtagen, die ich bewusst gesucht und in meiner Foto-Kiste obenauf gelegt habe – mein ‚Ort‘ der Erinnerung an sie. Für Freunde, die ich erst in den letzten Jahren kennen gelernt habe, könnte Facebook tatsächlich ein Ort der Erinnerung werden. Die Erinnerung an einen geliebten Menschen ist für mich „sein Leben nach dem Tod“. Ich erinnere mich an seine Worte, und seinen Anblick – einfach nur so, mit Briefen und Papierfotos oder eben in Facebook-Kommentaren, Tweets und Videos.

Apropos Bilder: Eine schöne Metapher hörte ich anlässlich Susis Beisetzung. „Die Trauer kommt in Wellen.“ Genau so ist es. Manchmal verheerend wie ein Tsunami, manchmal schwappt das Meer still und harmlos und manchmal rauscht es in einer regelmäßigen Brandung. Eindrucksvoll an diesem Bild ist, dass die Gefühle mit unvorhersehbarer Intensität wiederkehren. Die Verfügbarkeit von „Erinnerungen“ an den Verstorbenen z.B. in Blogs, auf Facebook und auf Twitter verlängert diese Trauerzeit, glaube ich, nicht. Ich sehe in diesen ‚Dokumenten‘ einen anderen, neuartigen Rettungsring, den wir uns greifen, falls uns die Welle erfasst.

Das Internet vergrößert – um im Bild zu bleiben – meinen Ozean. Die sechs Ecken, über die ich theoretisch jeden Menschen auf der Welt kennen und betrauern könnte, werden weniger. D.h. ich lerne über „das Internet“ mehr Menschen kennen und fühle mich ihnen durchaus nahe, auch wenn uns das Leben keine echte Begegnung mehr erlaubte. So trauere ich um flickr-Freunde, von deren Tod ich erst nach Monaten erfahre.

Die Trauer ist die Gleiche, ob digitale Kontakte oder Gefährten aus dem echten Leben. Mit letzteren teile ich mehr Erlebnisse und habe deshalb mehr Erinnerungen. Das vergrößert die Wogen der Trauer bisweilen, aber ob die Erinnerung ein digitales Privatfoto auf der Festplatte meines Computers oder ein Chronik-Eintrag auf Facebook ist, tut eigentlich nichts zur Sache. Ein wichtiger Punkt für mich ist jedoch die Stimme der Verstorbenen – und die höre ich immer noch eindringlich, wenn ich an sie denke. Ohne, dass ich Tonaufnahmen oder Videos von diesen Menschen hätte. Erstaunlich, oder?

Ich könnte noch so viel mehr schreiben. Aber nun lass ich’s gut sein und denke statt dessen noch ein wenig an Wilhelm – und vor allem an Susi.

(Danke an Frank, dass ich das Foto verwenden durfte. Quelle: http://www.flickr.com/photos/frank_f_s/8087616311/sizes/l/in/photostream/)

Design macht glücklich – Eames

Vorletzte Woche habe ich es in letzter Sekunde geschafft, im Camera Work die Ausstellung von Elliott Erwitt zu sehen. Abgesehen von den klug gehängten Werken herausragender Fotografen unterschiedlichster Generationen, die dort immer wieder zu sehen sind, ist das Camera Work ein wunderschöner Ort. Die Gegend nahe des Savigny-Platzes mag ich ohnehin, insbesondere, weil auch das Stilwerk nur ein paar Meter die Kantstraße hinunter liegt.

Dort war ich am darauf folgenden Wochenende, denn beim Bummeln durch die City West (in der jetzt erfreulicherweise auch wieder viel Neues entsteht), merkte ich, dass ich beinahe die Designmeile Berlin verpasst hätte. Ein Grund, mal wieder im Stilwerk vorbeizuschauen.

Der Ausstellungsbereich im Erdgeschoss war gerade den Möbeln Charles & Ray Eames gewidmet, die minimum im Stilwerk verkauft. Die ausgestellten „Objekte“ zeigten mir wieder einmal, wie sehr gutes Design seiner Zeit voraus ist.

Besonders deutlich wurde mir das durch den Aluminium Chair. Mir persönlich fiel dieses Designobjekt erst in den 1980er Jahren erstmals als ’schick‘ auf – und ich war seitdem davon ausgegangen, es sei ein Produkt der 80er. Mittlerweile weiß ich natürlich, dass die Aluminium Group von den Eames ist und Charles und Ray Eames in den 1980ern bereits verstorben waren.

Aber dass das Design aus dem Jahr 1958 stammt. Also aus einer Zeit, als man noch solche Mode trug. Ganz ehrlich: Wer hätte das gedacht?

„Ick Hans Liberg“ im Tipi am Kanzleramt

Am Samstag war ich bei der Premiere von Hans Libergs Programm „Ick, Hans Liberg“ im Tipi am Kanzleramt.

Bei Hans Liberg geht es immer noch zu wie vor 22 Jahren, als ich ihn das erste Mal live erlebt habe. Nur, dass er mittlerweile „Assistenten“ hat:

Auf Livekritik habe ich eine Rezension über die Show geschrieben. Hier die Zusammenfassung:

„Der Abend bleibt auf jeden Fall deshalb in positiver Erinnerung, weil das Publikum so stark eingebunden wurde und diese Rolle gerne übernahm: Die von „uns“ gesungene deutschsprachige Facebook-Hymne („Ein Freund, ein guter Freund,….“) ziemlich zu Anfang der Show ist ein Beispiel dafür. Und dass – wenn „Tiere in Kinderliedern“ thematisiert werden – Liberg auch den Publikumszuruf „Schnappi“ als Tier gelten lässt und dieses Lied aus der Fünften von Beethoven über die „Kleine Nachtmusik“ hinweg ableitet, dann freut man sich über das symbiotische Zusammenspiel von Publikum und Künstler.

Für die weniger Musikbewanderten gibt es außerdem schöne Erklärungen wie z.B. die Veranschaulichung von des Dur-Moll-Kontrastes („Hoch soll er leben“, die deutsche Nationalhymne und das Pippi-Langstrumpf-Lied wurden in Moll gespielt).

Danke, Hans Liberg, dass Sie immer noch über die Bühne turnen (wenn auch nicht mehr so ‚crazy‘ wie früher). Und Berliner: Geht hin und habt einen schönen Abend.“

Den ganzen Text könnt Ihr hier nachlesen.

Die Show ist im Tipi noch bis zum 28.10.2012 zu sehen.

Der Polizeipräsident schickt einen Brief und ich schreibe ihm zurück

Wenn ich dem „Polizeipräsident in Berlin“ einen offenen Brief schriebe, stünde das drin:

Sehr geehrter Polizeipräsident,

gestern bekam ich Post von Ihnen – dabei „habe isch doch gar keine Auto“, dachte ich. Doch seit ich Kundin von car2go und Drive Now bin, stimmt das so natürlich nicht mehr – ganz im Gegenteil, mir steht ein ganzer Fuhrpark zur Verfügung.

Mit einem feschen Smart habe ich unlängst unbewusst die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30km/h um 14km/h übertreten. Das Verwarnungsgeld von 25 Euro zahle ich zwar zähneknirschend, aber gerne – denn ich bin lernbereit und halte mich grundsätzlich an Regeln, die das Zusammenleben in unserer Stadt sicherer machen. Ja, mir ist es sogar peinlich, dass ich den Geschwindigkeitshinweis gar nicht wahrgenommen habe. Deshalb bin ich heute zum Ort des Vergehens zurück gekehrt, um zu gucken, warum denn dort 30 gefahren werden soll. Und – oh Schreck – dort steht eine Schule.

Auch wenn mich Herr V. und Herr B. dort an einem Samstagnachmittag in den Schulferien fotografierten und daraufhin anzeigten und auch wenn ich deshalb zum Glück zu diesem Zeitpunkt keine Kinder gefährdete: nicht ich mache die Verkehrsregeln, sondern ich halte mich als Inhaber eines Führerscheins möglichst an sie. Deshalb werde ich das Verwarngeld – wie bereits erwähnt – gerne bezahlen.

Das tue ich umso lieber, weil ich Ihnen und den beauftragten Herren V. und B. hoch anrechne, dass Sie mit einer Kontrolle an einer solchen Stelle (Schule samstagnachmittags in den Sommerferien) die leeren Kassen Berlins auf so clevere Art und Weise auffüllen.

Aber – und das ist der Grund dieses offenen Briefes – ich fände es klasse, wenn Sie das demnächst dort tun, wo das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden kann, indem Sie Verwarngelder an Orten generieren, wo das Übertreten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit tatsächlich Menschenleben gefährdet. Dafür bieten sich samstags in meinem Kiez z.B. der hintere Teil der Beusselstraße zwischen Turmstraße und S-Bahnhof Beusselstraße oder die Turmstraße selbst an. Da können Sie richtige Action-Filme drehen.

Diese Straßenabschnitte, auf denen man 50km/h fahren darf, werden am Wochenende für Von-0-auf-100-Tests und Auspuffsound-Tests mit erhöhter Geschwindigkeit genutzt. Bisweilen werden auch Szenen aus „Nur noch 60 Sekunden“ nachgespielt, deren Unterhaltungswert trotz Adrenalinausstoß für die gefährdeten Fußgänger und Fahrradfahrer zumeist relativ gering ist. Überholen und Abkürzen des Fahrwegs über den Bürgersteig war bisher das Aufregendste, was ich in dieser Hinsicht erlebt habe.

Vermutlich ist die Situation dort zu unübersichtlich und deshalb weniger einträglich. Ich hoffe dennoch ernsthaft und aufrichtig, dass Sie mehrheitlich Menschen verwarnen, die andere im Verkehr wissentlich und absichtlich gefährden, eine deshalb erfolgte Verwarnung (wie ich) ernst nehmen und daraus lernen.

Mit freundlichen Grüßen

CK