htc One X

Aus dem Leben einer unverhofften Handy-Testerin

Ich war Handy-Tester. Die Glücksfee hatte drei Besucher des Community Camp Berlin aus allen testwilligen Teilnehmern heraus gepickt: Romy, Andreas und mich. Witzigerweise allesamt überzeugte iPhoner mit 5 (Dagger), 4S (? Romy) und heiß geliebtem alten 3GS (ich).

Erster Eindruck

Nachdem ich das htc von Dennis in Empfang genommen hatte (Danke nochmal), hab ich mich direkt ins WLAN eingeloggt, um es auszuprobieren. Denn das One X sieht so schick aus, dass genau darauf Lust macht. Zudem fühlt es sich leicht an. Die hoch gepriesene Kamera habe ich auch direkt ausprobiert und mich sehr amüsiert, dass deren Gesichtserkennung auch auf LEGO-Männchen reagiert. Die Kamera ist zwar besser als ich es vom 3GS gewohnt bin, doch rauschen auch ihre Bilder bei schwierigen Lichtsituation. Nutzt man den Blitz, ist der Weißabgleich irgendwie krank. Vielleicht kann man das irgendwo verstellen? Ich hab es erstmal nicht gefunden. Und ich gebe zu: Man sieht die fertigen Bilder eben auch so genau, weil das Display so gut ist.

Die Größe des Displays ist im Vergleich zu einem iPhone 3S gigantisch – was aber auch bedeutet, dass man die Handhabung des Geräts erst einmal üben muss. Das hat der Dagger schon geschrieben. Für mich ist das Display klasse, um Facebook angenehm und Twitter in größeren Schriften lesen zu können.

Unbeholfenheit

Nicht alles war für mich sofort intuitiv verständlich. Das fing bereits damit an, dass man in vielen Apps den ‚Zurück‘-Knopf am Gerät drücken muss (anstatt in der App einfach neben ein offenes Pop-Up-Fenster zu tippen oder dort einen Zurück-Button zu haben). Da das Telefon relativ groß ist, fällt es auch gar nicht so leicht, mit durchschnittlich großen Frauenhänden damit zu agieren – jedenfalls nicht einhändig. Das würde mich also davon abhalten, eine eingehende WhatsApp-Nachricht anzusehen, wenn ich was in der Hand habe. Hat andererseits etwas Gutes – ich würde wieder eines nach dem anderen tun…

Am zweiten Tag des Tests durfte ich das htc One X updaten – und an jedem darauf folgenden Tag wieder, obwohl ich immer ganz brav alles bestätigt habe und mir gemeldet wurde, das Update sei erfolgt. Ein Update geht im Vergleich zu einem iOS-Update zwar ratzfatz, aber auf Dauer würde mich das nerven. Der Dagger musste das nur einmal machen. Vielleicht habe ich doch etwas falsch gemacht? Dieses Handy verunsichtert mich 😉

Apps

Ich besitze nicht umsonst noch ein altes 3GS. Ich bin nämlich nicht vollkommen App-verrückt. Dafür habe ich ein paar lebensnotwendige Kommunikations- und Informations-Apps: Am Häufigsten auf dem iPhone in Benutzung sind Facebook, Twitter (mit echofon pro), Whatsapp, Instagram, BVG Fahrinfo, Camera+, DriveNow-App, car2go-App, WordPress-App, Hipstamatic und Einkaufsliste.

Die Facebook-App, Whatsapp, Instagram, DriveNow und car2go des Android sind genau so, wie ich sie vom iPhone kenne. Mir sind keine Unterschiede aufgefallen. Die Twitter-App von Twitter, die bereits installiert war, habe ich nur kurz genutzt und bin dann auf Tweetdeck umgestiegen (weil es echofon für Android nicht gibt). Obwohl ich Tweetdeck in der Desktop-Variante täglich nutze, war es auf dem htc doch zunächst ungewohnt. Schwierig fand ich insbesondere – wie auch Andreas schon schrieb – dass sich Menüs zum Ändern von Einstellungen entweder oben rechts oder unten in der Mitte einer App befinden. Da muss frau schon mal suchen. Und manchmal fand ich einfach nicht, was ich brauchte.

In der vergangenen Woche wurde mir klar, wie viele htc-Besitzer ich kenne. Und so bekam ich z.B. den Tipp mit Tweetdeck und dass „Öffi“ ein guter Ersatz für die iOS-BVG-App sei. Sicherlich würde ich – wenn ich das htc „gewinne“ – noch viele weitere gute Tipps bekommen.

Synchronisieren mit dem Mac

Ich hab ein MacBook und wollte natürlich auch das Synchronisieren testen. Ganz von selbst geht das nicht. Dazu musste ich SyncMate auf dem Mac installieren – konnte dann aber problemlos den Kalender synchronisieren (die Kontakte hatte ich schon vom iPhone rüber geholt – auch problemlos). Wollte ich allerdings Musik auf’s htc importieren, wüsste ich momentan noch nicht wie. Da bliebe mir nur die bezahlte Version von SyncMate oder der Umweg über die Dropbox (was aber beim ersten Versuch heute leider nicht klappte).

Andererseits ist Dropbox auch auf dem Android klasse: So habe ich die Fotos der Testwoche vom htc auf das MacBook rüberziehen können.

Musik

Das htc versprach mit beatsaudio auch einen tollen Klang für Musikwiedergabe. Ich gebe zu, ich besitze keine tollen Kopfhörer, deshalb mag ich jetzt kein wirkliches Urteil ziehen. Mit meinen vorhandenen iPhone-Kopfhörern, hörte sich die Musik, die bereits auf dem Handy war, mit beatsaudio-Klangverbesserung sehr viel besser an. Die mp3s aus iTunes, die ich mir in die Dropbox gelegt und von dort aus angehört habe, klangen ohne beatsaudio bedeutend besser (auch da mag es einen technischen Grund für geben, den ich nicht kenne).

Und sonst

Das htc One X ist ein echt schickes Smartphone mit angenehmer Haptik, tollem Display und allem, was frau so braucht. Der Umstieg von einem iPhone – sei es noch so alt – auf ein Android-Handy bedeutet auf jeden Fall Umgewöhnung. Vielleicht wusste ich es deshalb nicht in allen technischen Details zu würdigen, weil ich in einer Woche nicht alle Funktionen ‚gefunden‘ habe, die es beherrscht.

Im Gegensatz zu der miesepetrigen Wetter-App, die auf iPhones vorinstalliert ist und laut derer es in Berlin 358 Tage im Jahr regnen müsste, ist die des htc extrem optimistisch und verkündete gestern noch Sonnenschein, als es draußen stürmte und regnete. Mir ist’s so lieber.

Total verliebt habe ich mich in einige der Klingeltöne (z.B. StopStart und ThenSome). Die sind stylisch, dezent und klingen gut, so dass man sich nicht schämen muss, wenn’s im voll besetzen ICE mal klingelt.

Eine Woche – und nun?

Ich bin schon traurig, dass ich das One X jetzt bald an Dennis zurück schicken muss. Das große Display wird mir optisch fehlen. An die Handhabung des ‚großen‘ Geräts hatte ich mich schon gewöhnt – wenn auch an die Tastatur noch nicht ganz (hat aber auch damals beim iPhone ewig gedauert). Dadurch, dass ich mein uralt-iPhone schon so lange habe, ist es mir sehr ans Herz gewachsen. Aber ich glaube, ich würde sogar auf das htc umsteigen, wenn ich es behalten dürfte. Eine Woche war viel zu kurz, um die aufkeimende Beziehung zwischen uns beiden aufblühen zu lassen.

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5 Gedanken zu „htc One X

  1. Danke für den Test und Deinen Beitrag, liebe Caro. Finde ich schön, wenn frau sich als iPhoner in Richtung Android-Device offen zeigt. Und vielleicht besteht noch eine Chance, dass Du es behalten darfst (?).

    Ich hatte lange Zeit damals noch auf dem (für heutige Zwecke ganz unterdimensionierten) HTC Desire Tweetdeck genutzt. Doch die App stürzte zu oft Abb. Gerade bei der Nutzung mehrerer Columns. Leider wurde das beim Samsung Galaxy Nexus kaum besser, so dass ich auf dem Smartphone komplett auf Tweetcaster umgestiegen bin.

    Öffi (BVG Fahrinfo kenne ich als Nexus-User nicht) ist in der Tat eine großartige App. Im September 2011 hat sie mir, der ich Wahl-Karlsruher bin, bei der Social Media Week Berlin sehr geholfen und natürlich auch beim kürzlichen CommunityCamp Berlin 2012, bei dem Du das HTC One X zum Testen erhalten hast. Bin immer wieder begeistert von der App. Ohne sie hätte ich in Berlin nichts zu lachen, und das, wo ich doch Berlin so mag 🙂

    Die Lego-Figuren-Gesichtserkennung ist natürlich ein absolutes Highlight. Kinder ab 9 werden sicherlich ins Grübeln kommen, ob sie nun von ihrem angestaubten, in die Jahre gekommenen Mobiltelefon-Baby-Mockup auf ein seriöses HTC One X umsteigen.

    LG aus Karlsruhe!

  2. Pingback: dagger.twoday.net

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