Als ich 45 war

Es gibt gute Jahre. Es gibt schlechte Jahre. Nur eines ist ganz sicher: Jedes Lebensjahr wird es nur einmal geben. Damit ich nicht vergesse, wie das Leben mit 45 war (und ich finde das ein schönes Alter), schreibe ich es im Internet auf.

Als ich 45 war…

…wurde ich sehr geliebt.

…habe ich gemerkt, wie weit 25 km sein können.

…habe ich – trotz allem – das Genießen nicht verlernt.

…war ich nicht in Urlaub.

…habe ich erfahren, woher das Wort ‘kümmern’ kommt.

…saß ich auf dem Balkon an lauen Sommerabenden.

…habe ich oft über Wertschätzung nachdenken müssen.

…bin ich auf den Kopf gefallen

…hat mich ein schöner Job gefunden.

…habe ich gemerkt, dass 42 km gar nicht so weit sind.

…war ich Nichtraucher.

…habe ich mir eine Ukulele gekauft.

…habe ich das Stricken wieder entdeckt.

…habe ich Silvester mit den drei Menschen gefeiert, die ich am Liebsten habe.

Ja. Diese paar Sätze bringen es gut auf den Punkt. Ich hab Sie für Euch und für mich ausgewählt. Als ich noch 45 war.

Jetzt werde ich fourtysix. Noch nicht ganz sixtyfour.

Hübsch, wie die Wise Guys das singen, vor allem der Teil op Kölsch.

 

Berlin-Marathon 2013 – Finisher

Finisher – Foto: Steffi Roßdeutscher

Es ist vollbracht. Ich habe es wirklich geschafft. Es war ein schöner Lauf, es tat mir nichts weh. Freunde und Familie in Anzahl zweier Fußballteams haben mich unterstützt, und es kullern immer noch Tränen vor Stolz und Glück, wenn ich daran denke: Ich bin den 40. Berlin-Marathon 2013 bis ins Ziel gelaufen und das auch noch genau in der Zeit, die ich mir in aller Bescheidenheit erhofft hatte.

Zwei Wochen vor dem Marathon hatte ich außerdem einen neuen Job angefangen, zwei Tage nach dem Marathon einen fünfminütigen Vortrag (auf Englisch) über den Marathon gehalten – daher komme ich erst jetzt dazu, offiziell zu berichten.

The Loveliness of the Long-Distance Runner?

Unter diesem Titel habe ich die Vorbereitung auf den Marathon und meine Einstellung zum Laufen insgesamt Revue passieren lassen, nachdem ich mir den Herzenswunsch, einmal im Leben ‚meinen‘ Marathon zu laufen und zu finishen, erfüllt habe. Vier Jahre ‚ernsthaftes‘ Laufen, neun Monate Training für den Marathon, 42 km und 4:59:37 Stunden – das ist die  Zusammenfassung des Ganzen in nüchternen Zahlen.

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Heimat – man sieht (sie) nur mit dem Herzen gut

Heimat und Zuhause – kann man das überhaupt definieren?

Ich komme aus Bensberg, Ortsteil Refrath – das liegt vor den Toren Kölns Richtung Bergisches Land und gehört seit den 1970er Jahren zu Bergisch Gladbach. Somit komme ich auf dem Papier aus der gleichen Heimatstadt wie Heidi Klum.

Ohne EnglischHeimat und Zuhause

Mit diesem Blogpost nehme ich an der Blogparade von Katja zum Thema Heimat teil. Ich finde es schwierig, sich dazu strukturiert zu äußern, deshalb verzeiht mir den assoziativ-iterativen Stil dieses Blogposts. Mittlerweile gibt es in Katjas Blogparade über 70 Beiträge. Vier davon habe ich gelesen. Die Unterscheidung von Heimat und Zuhause, die Christian Dingler trifft, fand ich sehr einleuchtend. Ich denke darüber nach, seit ich sie gelesen habe. Und kann mich ihr dennoch nicht so richtig anschließen. „Heimat braucht Wurzeln – der Rest ist nur ein Zuhause“. Die Hierarchie und Wertung dieser Unterscheidung lässt mich aufseufzen. Denn wenn’s danach ginge, hätte ich keine Heimat und viele Zuhauses. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es bei mir eher andersherum ist: Ich habe mehrere Heimaten und daher ist das Zuhause relativ egal.

Was ist Heimat?

Brainstormen:

Heimat ist…

… wo man geboren und aufgewachsen ist.

… wo die Eltern wohnen.

… wo die Familie ihre Wurzeln hat.

… wo man Schulfreunde hat.

… wo Verwandte auf dem Friedhof liegen.

… womit man Kindheitserinnerungen verbindet.

…. wo man nach fast 40 Jahren noch kreuz und quer durch Wald und Siedlungen streifen kann, weil man jeden Trampelpfad kennt.

 Wenn ich das so definiere, dann habe ich eine Heimat. Nur ein Heimatgefühl stellt sich deshalb nicht ein. Einzig die Liebe für meine engere Familie ist ein (schönes) Gefühl – ich bin jedoch überzeugt, dass diese vom Ort unabhängig ist.

Wherever I lay my hat that’s my home

  • 1990/91 war ich sechs Monate in England und wohnte in Reading/Berkshire im Studentenwohnheim.
  • Von 1991 bis 1998 wohnte ich in Köln.
  • 1994 war ich vier Monate in Florenz.
  • 1998 bis 2005 wohnte ich in Tübingen.
  • 2005 bis 2007 wohnte ich 17 Monate in Bielefeld.
  • Seit 2007 wohne ich in Berlin.

Reading und Florenz waren mehr oder weniger Stippvisiten. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und auch zuhause. Den Spruch mit dem Hut variierte ich damals. Meine Definition von Heimat in England war: „Wherever I put my books on a shelf – that’s my home“. In England habe ich jede Woche ein bis drei Bücher gekauft. Ich fühlte mich sehr zuhause.

Bücher als Symbole meines geistigen Zuhauses waren für mich gleichbedeutend mit geistiger Heimat. Gesellten sich dann noch vertraute Menschen dazu, die ich liebte und die mich liebten – dann war der Ort auch tatsächlich meine Heimat.

Heimathafen

Im Grunde bin ich ein unsteter Geist. Mir genügte es lange Zeit, zu wissen: Da stehen meine Bücher, da wartet mein Mann auf mich, ich habe einen Hafen. Um so lieber war ich unterwegs. Wenn ich aber heute einen Satz wie den oben zitierten von Christian lese, dann fühle ich mich – obwohl er ja nur für sich selbst spricht – zunächst diskriminiert, weil ich laut seiner Definition ja keine Heimat habe.

Je länger ich jedoch für diesen Blogpost darüber nachdenke, desto sicherer weiß ich:

Meine Heimat ist die Heimat des Herzens. Das heißt, der Ort und die Menschen an diesem Ort. Den Ort – Berlin – habe ich bewusst gewählt. Und Berlin hat mich nie enttäuscht. Denn es hat mich mit offenen Armen aufgenommen. Und die Menschen in Berlin haben das auch getan. Viele von ihnen kommen selbst von irgendwo her. Viele von ihnen sind aber auch „Eingeborene“. Viele Menschen hier sind mir in den vergangenen sechs Jahren ans Herz gewachsen. Und einige sind Wahlverwandte.

Von daher ist es egal, woher ich komme. Und egal, ob ich mit Menschen verwandt bin oder nicht. Wenn ich Menschen habe, die mir nahe stehen und denen ich nahe stehe – dann ist dieser Ort meine Heimat. Und bedeutend mehr als ein Zuhause.

Wahl-Heimat

Insofern habe ich mehrere Heimaten. Dabei gibt’s das Wort vermutlich gar nicht im Plural. Obwohl ich es eigentlich immer abstreite, ist nach dieser Definition auch Bensberg-Refrath meine Heimat. Dort wohnen meine Eltern, die ich liebe und die mich lieben.

MoniMoni und Gerdi

Außerdem ist Köln meine Heimat. Denn dort habe ich Freunde, die mir schon seit über 20 Jahren nahe stehen – und ich ihnen.

LuizaBirgitBerlin ist meine Wahl-Heimat. Die Stärke dieses Wortes muss einem erst einmal bewusst werden. Eine Wahl-Heimat ist für mich bedeutender als die anderen Heimaten. Jenseits jeglicher Willkür, das in dem Wort „Wahl“ steckt, ist genau hier meine hauptsächliche Heimat, weil mir hier so viele Menschen am Herzen liegen. Die mich offenen Herzens aufgenommen haben.

WuchtiKleinerdreiDie Qualität von Freundschaften und Wahlverwandtschaften in meiner wunderbaren Heimat Berlin wurde mir erst diese Woche bewusst, als ich fest stellte: Nicht nur ich kondoliere hier einer Freundin, wenn einer ihrer Freunde stirbt. Das machen auch andere (Freunde). Die Wahlverwandten in der Wahlheimat stehen sich nahe. Vielleicht liegt das ja nicht an Berlin – sondern an den glücklichen Zufällen, die mir so herzensgute Menschen in meinen Freundeskreis gebracht haben. Ich habe zugelassen, dass mein Herz an dieser Stadt hängt, wegen der Menschen, die in ihr wohnen. Müsste ich jemals aus Berlin wegziehen, ich würde mich entwurzelt fühlen. Zum ersten Mal in meinem Leben.

Ich halt Euch auf dem Laufenden 8

Bingo – die Trainingswoche mit den Glücksnummern 110 und 112

Lang, lang ist’s her, dass ich Euch auf dem Laufenden hielt. Den 25er bin ich nicht ganz so gelaufen, wie ich wollte. Sehr knapp unter drei Stunden. Die anschließenden Wochen hatte ich ein Form- und Mentaltief (was das Laufen angeht). Aus dem habe ich zum Glück durch sanften Umstieg auf das Marathontraining und durch die freundliche Unterstützung meines Lebensgefährten bei den langen Läufen wieder herausgefunden. Kurzum. Die Vorbereitung läuft prima. Keine Zipperlein nirgendwo. Knie, Hüfte, Rücken, alles da, wo es hingehört.

Hitze und Begleitung

Selbst meine Abneigung gegen Läufe am frühen Morgen habe ich in diesem wunderschönen Sommer abgelegt. Hitze beim Laufen mag ich noch weniger, und so bin ich teilweise schon vor sechs Uhr morgens gestartet – für mich eine echte (zusätzliche) Leistung.

Während meines Formtiefs oder Motivationstiefs fragte mich mein Liebster: „Wie kann ich Dich unterstützen?“ Die Antwort darauf war, mich auf den langen Läufen am Wochenende mit Wasser, Isodrink und Bananen zu begleiten. Seit dem läuft es wirklich gut. Und in der vergangenen Bingo-Woche war ich heilfroh, dass er bei mir war.

Lessingbrücke Berlin Moabit Postkarte Thumb Kopie110

Unter der Lessingbrücke in Moabit begegnete mir am Donnerstag ein „Sittenstrolch“. Ich laufe ja wirklich nicht schnell, außerdem hatte ich eine Sonnenbrille auf und unter der Brücke ist’s dunkel. Deshalb bemerkte ich erst im letzten Moment, dass da auf dem Podest jemand stand. Tags zuvor hatte mir eine Freundin erzählt, dass beinahe mal jemand auf sie gekotzt hätte. Und ich zuckte im ersten Moment zusammen, weil ich dachte, da pinkelt gleich einer im hohen Bogen über mich in die Spree. Aber nein. So ein Arschloch. Zur besten Uhrzeit, in der die gegenüberliegende Grundschule die sechste Stunde beendet, holte er sich an sehr exponierter Stelle (Podest, s.o.) einen runter. Weil ich ohne Handy unterwegs war, bin ich in den nächsten Laden gelaufen und habe die 110 angerufen. Die freundlichen Polizisten, die dann später bei mir zuhause anriefen, haben ihn natürlich nicht mehr gefunden.

112

Am Samstag dann – 25km auf dem Plan. Bis 21,99km ging auch alles wunderbar. Es war tolles Wetter, tolles Licht, ich lief eine gute Zeit und hatte dank meines lieben Begleiters auch noch richtig Spaß. Ich wollte gerade für 22 Kilometer auf der Stoppuhr checken, als – ja, als ich stolperte.

Es ging alles so schnell und trotz einer langsamen Geschwindigkeit von 8,5km/h bin ich ungebremst und nur unter geringfügiger zusätzlicher Bremskraft von Knien und Händen mit der Stirn auf das Kopfsteinpflaster geschlagen.

Pflasterstein StempelDer Schmerz an Stirn und Nase sowie der Schlag, den es auch auf die Brust getan hat, war im ersten Moment sehr sehr sehr schlimm. Es zog aber nicht mein bisheriges Leben an mir vorbei, sondern ich dachte nur – „oh, Gott, was, wenn Du Dir eine Hirnverletzung zugezogen hast, oh, Gott, wenn das Dein letzter klarer Gedanke war“. Und laut geschrien habe ich – zum Kummer meines lieben Begleiters, der völlig unter Schock stand.

Blöderweise waren wir auf einem Fußweg – aber die Straße zum Glück nur 50 Meter entfernt. Ich habe ihn einen Krankenwagen rufen lassen. Der kam nach vier Minuten (danke, Großstadt). Und fuhr mich nach Untersuchung vor Ort doch sicherheitshalber ins Krankenhaus Westend.

Ich habe so großes Glück gehabt. Keine Symptome für eine Gehirnerschütterung. Kaum Schürfwunden. Natürlich die fetteste Beule der Welt an der Stirn und jetzt zwei Veilchen, die sich sehen lassen können (oder auch nicht).

Anbei ein paar Fotos vom Ort. Der Pflasterstein war noch die gute Variante. Zum Glück war es keine der hochstehenden großen Platten, auf die ich fiel.

Wo ich fiel ThumbHohle Gasse ThumbPositiv

Wie immer – versuche ich, solchen Erlebnissen als sinnvolle Ereignisse zu sehen und eine positive Lehre daraus zu ziehen. Denn sonst müsste ich mich als zweifaches Opfer sehen. Das würde micht zu sehr zermürben.

Der Exhibitionist – zeigt mir einmal mehr, dass man als laufende Frau immer noch eine Minderheit ist – und natürlich auch mehr Kilometer macht als andere Frauen, auf denen einem unangenehme Dinge passieren können. Aber wir sind eine Minderheit, die zumindest die sportliche Herausforderung gerne annimmt und sich deshalb vielleicht auch anderen Herausforderungen besser stellen kann. Trotzdem ist und bleibt er ein Arschloch. Excuse my French.

Der Unfall: Ich kann noch einen besseren Laufstil kann entwickeln und einfach achtsamer laufen. Besser auf mein Befinden achten, konzentrierter laufen. Und einstecken kann ich wohl auch ganz gut. Die Schmerzen sind fast erschreckend schnell verflogen.

„Einsicht ist der größte Reichtum.“

Eine wunderbare sprachaffine Freundin wies heute auf den Sprichwortrekombinator hin. Den kannte ich schon. Doch manchmal ist es wunderbar, solche Schmuckstücke des Internets wiederzuentdecken. Dem Rekombinator entstammt die Redewendung des Titels sowie die Untertitel dieses Blogposts.

„Was man nicht im Kopf hat, das füg auch keinem anderen zu.“

Ich habe mit mir gerungen, ob ich das, was ich heute bloggen möchte,  öffentlich machen soll. Und mich dafür entschieden. Vor drei Wochen wurde mir ein Job angeboten. Ein Projekt für sechs Monate. Gut bezahlt und ein hochrangiger Einstieg und somit das Referenzprojekt in den Tätigkeitsbereich Social Media. Das hat mich gefreut. Zu tun hatte ich zunächst mit einer (großen internationalen sehr renommierten) Werbeagentur. Sie hatte die digitale Strategie für den (internationalen) Kunden ausgearbeitet, die nun in Deutschland ausgerollt und bei Erfolg nach sechs Monaten auch für andere Ländern adaptiert werden sollte. Die Agenturmenschen waren sehr angetan von meiner ‚Test-Arbeit‘. Nun wollte mich meine Ansprechpartnerin ’nur noch‘ dem Kunden vorstellen. Sie flog aus London ein und wir trafen uns in der Stadt, in der sich die Deutschlandzentrale des Kunden befindet.

Das Treffen mit der Agenturfrau war super. Wir unterhielten uns gut und fundiert – beruflich ebenso wie im Small-Big-Talk. Schade war nur, dass uns der Kunde (d.h der Marketingmanager des Unternehmens) fast eine Stunde (bei 38°C Außentemperatur) warten ließ. Und schade war auch, was anschließend im Gespräch zu dritt passierte.

Agenturfrau: „Ich habe Ihnen den Lebenslauf von Frau Kliemt ja im Vorfeld geschickt. Und auch Ihre Probearbeit. Welche Fragen haben Sie dann dazu?“ Er: „Mit meinem Terminkalender. Wann soll ich denn einen Lebenslauf lesen?“ – Ja, genau. Jetzt im Nachhinein weiß ich: Ich möchte nie mehr so behandelt werden. Das nächste Mal warte ich, bis der Part kommt, in dem ich die Fragen stellen darf und frage: „Aus welchem Grund suchen Sie denn eigentlich eine [hier Jobtitel einfügen] . Die Social-Media-Strategie von [hier Wettbewerber des Unternehmens einfügen] läuft doch super.“ Das wäre ähnlich gut vorbereitet und wertschätzend😀 Das re-kombinierte Sprichwort passt in seiner Absurdität gut zu dem Gefühl, das die Situation bei mir hinterließ. Und das ungute Gefühl durfte ich noch weitere 17 Tage genießen.

„Wenn zwei sich streiten, haben die Krümel zu schweigen.“

Am Tag des Gesprächs hatte ich übrigens erfahren, dass es auf Wunsch des Kunden doch noch einen zweiten Kandidaten gab. Die Agentur wollte auf jeden Fall mit mir zusammen arbeiten. Aber entscheiden würde natürlich der Kunde. Ganze 17 Tage nach dem Gespräch habe ich erfahren, dass Kandidat 2 den Job bekommen hat. Ich erfuhr es aber erst, als ich nach 15 Tagen nicht mehr abwarten wollte und etwas penetranter nachgehakt habe. Die Kommunikation in diesen 17 Tagen war schwierig. Die Agenturfrau war in ziemlicher Not. Ich glaube, sie sollte mich ‚hinhalten‘ so lange es ging, falls der andere Kandidat doch noch abgesprungen wäre. Jedenfalls kam ich mir sehr wir ein Krümel vor. Und das ist noch ein Euphemismus.

„Klappe zu, kurzer Sinn.“

Das Schöne ist ja, dass ich etwas gelernt habe. Ich lasse das nicht mehr mit mir machen. Und höre noch mehr auf mein Bauchgefühl. Wenn ich mich von jemandem wie einen Krümel behandelt fühle, werde ich ihm das sagen. Und von meiner Seite aus dankend auf eine Zusammenarbeit verzichten. Denn:

„Was einen nicht umbringt, kann noch werden.“

P.S.: Diejenigen, die wissen um welchen Kunden es sich handelte, bitte hier nicht kommentieren. Danke.

Ich halt Euch auf dem Laufenden 7

Kurz vor 25

Die gute Nachricht zuerst:

Ich habe den Trainingsplan von vorne bis hinten eingehalten.

Das war allerdings sehr anstrengend – die Zielzeit des Trainingsplanes werde ich nicht anstreben. Denn: Nach dem Halbmarathon im April pausierte ich eine Woche und habe dann nur die letzten 2 Wochen des 16-wöchigen Planes umgesetzt.

Ziel für Sonntag (beim Big 25)

  1. Finishen.
  2. Spaß haben.
  3. Erste Hälfte (10km) langsam laufen, 2. Hälfte (11km) mit erhöhtem Tempo – dann gucken, was geht.
  4. Spaß haben.
  5. In ein/mein Tempo finden.
  6. Spaß haben.
  7. Halbmarathonzeit vom April geringfügig verbessern.

Foto von Andreas Le

Schönes am Wegesrand in den letzten beiden Wochen

Ich traf den geretteten Hund wieder.

Ein Porschefahrer hielt im Regierungsviertel an, um mich über die Straße zu lassen. Kam mir sehr dynamisch vor.

Andreas, der viele tolle Lauffotos von mir gemacht hat – und außerdem die auf meiner beruflichen Website -, läuft jetzt auch Wettkämpfe. Und schnell ist er. Ich bin ein bisschen neidisch freue mich für ihn. Im November wollen wir Marathonstaffel laufen. Yippieh.

An der Arminius-Markthalle (auch: Zunfthalle) in Moabit saßen zwei Französinnen auf einer Bank in der Sonne, machten „Brotzeit“, die sie sich in der Markthalle eingekauft hatten und schnitten Schrippen und Wurst stilsicher mit einem Laguiole.

Glücklich denke ich: Ich lebe da, wo andere Urlaub machen😀

Foto von Caroline Kliemt

Technik-Sabbat

Die ‚Erfindung‘ ist nicht von mir. Die Idee ist, für einen Tag auf seine mobilen Endgeräte und den Computer zu verzichten.

So kam ich darauf

Letzte Woche saß ich abends im Bus und las meine Twitter-Timeline, als mir der Hashtag #Boston ins Auge fiel. Als ich verstand, was dort passiert war, rutschte mir das Herz in die Hose, weil Freunde von mir dorthin geflogen waren: Er lief den Marathon mit, sie schaute zu. Die halbe Stunde, bis ich die Nachricht hatte, dass es beiden gut geht, war schrecklich (ich hatte zwischendurch kein Netz, außerdem stürzt meine Facebook-App ständig ab). Was ich außerdem empfand: Das sind erstens Erste-Welt-Probleme, die im Vergleich zum Leiden der Bombenopfer lächerlich sind, und zweitens hätte ich dieses ‚Problem‘ gar nicht gehabt, wenn ich beim Busfahren aus dem Fenster geschaut oder mit dem Liebsten Händchen gehalten hätte.

Am Freitag las ich dann über Maren Martschenkos Erfahrung mit dem Technik-Sabbat  und entschied mich, das sofort auszuprobieren. Für 24 Stunden und wenn’s mir Spaß machte, dann das ganze Wochenende. Und so schaltete ich am Freitag um 17h  iPhone und Computer aus und packte sie weg.

So ist es mir ergangen

Ich fühlte mich schon nach einer Stunde innerlich ruhiger als seit langem.

Ich musste ‚langfristiger‘ planen und war dadurch fokussierter. Zum Beispiel war ich Freitagabend und Sonntagnachmittag eingeladen. Die Anfahrt/Abfahrt zur jeweiligen Location habe ich deshalb Freitag vor 17h geplant. Auf die längere S-Bahnfahrt am Freitag nahm ich ein Buch mit, in dem ich auch sonst dieses Wochenende immer dann las, wenn ich sonst das Handy zur Hand genommen hätte.

Foto: Caroline Kliemt - Filofax, Angelika Höcker: Business Hero

Analoge Begleiter eines schönen Wochenendes

Ich war sehr aktiv, dabei sehr ruhig und gelassen, habe viel geschafft an diesem Wochenende und fühle mich dennoch ausgeruht. Die Abstellkammer ist wieder begehbar. Ich habe etwas 2 Kubikmeter Alt-Elektronik, Möbel etc. aussortiert und verschenkt. Der Balkon ist fast bereit zum Bepflanzen. Außerdem war ich – wie erwähnt – zweimal eingeladen, habe eingekauft und gut gekocht und war am Sonntag 2 Stunden laufen.

Verlängerung

Die 24 Stunden fand ich nicht konsequent genug, deshalb hatte ich mir gleich vorgenommen, von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen Sabbat zu machen. Das hat auch gut geklappt. Und gestern entschied ich mich, bis Montagmorgen weiterzumachen.

Strikte Einhaltung?

Ich war (nach den 24 Stunden) zweimal am Computer online. Einmal, weil ich mir meine Laufstrecke noch einmal genau einprägen musste, und zweitens, um etwas zu recherchieren. Und gestern habe ich die 44,33km, die ich in der vergangenen Woche gelaufen bin, stolz auf Facebook gepostet.

Und die Moral von der Geschicht‘

  1. Das mit dem Technik-Sabbat am Wochenende werde ich beibehalten. Einen ganzen Tag mindestens.
  2. Für mich beginnt der Technik-Sabbat bevorzugt am Freitagnachmittag  – weil das ein wunderbares Signal für Wochenende ist.
  3. Für die Arbeitstage nehme ich mir einen maßvolleren Einsatz von Technik und konsequentere Pausen vor. Auch wenn ich den Computer theoretisch den ganzen Tag benutze – die ’sozialen‘ Browserfenster bleiben jetzt konsequenter geschlossen.
  4. Neben einer To-Do-Liste gibt es heute für mich einen festen Zeitplan.

Fünftens: Allen Social-Media-Junkies lege ich den Technik-Sabbat sehr ans Herz. Ich finde es klasse.

Danke,  Maren, für die Inspiration.